Migräne und sonstige Kopfschmerzen
Migräne ist mehr als ein starker Kopfschmerz. Viele Betroffene erleben wiederkehrende Anfälle, die mit Übelkeit, Licht- oder Lärmempfindlichkeit einhergehen. Der Alltag gerät aus dem Takt, Termine werden abgesagt, die Gesamtbelastung steigt. Nicht selten bleibt trotz laufender Behandlung ein hoher Leidensdruck bestehen.
In meiner neurologischen Praxis befasse ich mich gezielt mit der Abklärung und Behandlung von Migräne. Dabei geht es nicht nur um die Migräneattacken selbst, sondern auch um deren Verlauf, Häufigkeit und Auslöser. Eine sorgfältige neurologische Diagnostik bildet die Grundlage für jede weitere Entscheidung.
Wie Migräne entsteht
Migräne ist eine neurologische Erkrankung mit komplexen Mechanismen. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein körpereigener Botenstoff namens CGRP (Calcitonin Gene-Related Peptide). Während einer Migräneattacke ist CGRP im trigeminalen Nervensystem verstärkt aktiv. Er trägt zur Schmerzverarbeitung und zu entzündlichen Prozessen im Nervensystem bei.
Dieses Wissen hat in den letzten Jahren zur Entwicklung neuer Therapieoptionen geführt, die gezielt direkt an diesem Mechanismus ansetzen.
CGRP-Antikörper als moderne Therapieoption bei Migräne
CGRP-Antikörper sind biotechnologisch hergestellte Medikamente, die entweder den CGRP-Botenstoff selbst oder dessen Rezeptor blockieren. Dadurch greifen sie gezielt in einen zentralen Mechanismus der Migräne ein.
Im Unterschied zu vielen älteren Medikamenten wurden diese Therapien gezielt zur Vorbeugung von Migräne entwickelt. Je nach Präparat erhalten Sie einmal im Monat oder in größeren Zeitabständen eine Injektion. Nach entsprechender Anleitung können Sie die Injektion in vielen Fällen selbst machen.
Ziel der Behandlung ist, die Anzahl der Migränetage zu senken, die Intensität der Anfälle zu reduzieren und Ihren Alltag wieder besser planbar zu machen.
Für wen diese Therapie infrage kommt
CGRP-Antikörper kommen vor allem bei Menschen mit häufiger episodischer oder chronischer Migräne in Betracht. Das gilt insbesondere dann, wenn frühere vorbeugende Behandlungen keine ausreichende Wirkung gezeigt haben oder nicht gut vertragen wurden.
Ob diese Therapie für Sie sinnvoll ist, kläre ich individuell ab. Dabei berücksichtige ich die genaue Migräneform, den bisherigen Therapieverlauf und mögliche Begleiterkrankungen.
Wirksamkeit und Verträglichkeit
Studien und Erfahrungen aus der spezialisierten Migränebehandlung zeigen, dass CGRP-Antikörper bei vielen Betroffenen zu einer deutlichen Reduktion der Migränetage führen. Insgesamt gelten sie als gut verträglich. Am häufigsten treten leichte Reaktionen an der Injektionsstelle auf. Schwere Nebenwirkungen sind selten. Regelmäßige Verlaufskontrollen sind dennoch wichtig, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten.
Individuelle Migränebehandlung in meiner Praxis
Ob eine bestimmte Therapie sinnvoll ist, lässt sich nur nach einer genauen neurologischen Abklärung beurteilen. Dabei spielen die Art der Migräne, der bisherige Verlauf und frühere Behandlungen eine wichtige Rolle.
Im Gespräch klären wir, welche Möglichkeiten für Sie infrage kommen und welche nächsten Schritte für Sie sinnvoll sind.