Schwindel

Schwindel - Dr. Thomas Bachrich - Neurologe Wien 1020
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Schwindel ist eines der häufigsten neurologischen Leitsymptome und beschreibt kein eigenständiges Krankheitsbild, sondern eine subjektive Wahrnehmungsstörung von Bewegung, Lage oder Gleichgewicht. Patientinnen und Patienten berichten über Dreh-, Schwank-, Lift- oder Benommenheitsschwindel, oft begleitet von Übelkeit, Gangunsicherheit oder Sehstörungen. Für die neurologische Praxis ist entscheidend, zwischen harmlosen, peripheren Ursachen und potenziell gefährlichen zentral-neurologischen Erkrankungen zu unterscheiden.

Ziel der strukturellen neurologischen Abklärung
Die neurologische Abklärung verfolgt drei Kernziele:
  • Einordnung der Schwindelart (peripher-vestibulär, zentral-neurologisch, funktionell oder nicht-vestibulär)
  • Erkennung von Warnzeichen für akute oder progrediente Erkrankungen
  • Festlegung weiterer Diagnostik und Therapie

Anamnese – der wichtigste Schritt
Eine präzise Anamnese liefert oft die entscheidenden Hinweise. Erfragt werden Beginn (akut vs. schleichend), Dauer, Auslöser, Verlauf, Begleitsymptome (z. B. Doppelbilder, Sensibilitätsstörungen, Kopfschmerz) sowie vaskuläre Risikofaktoren. Besonders wichtig sind neu aufgetretener Dauerschwindel, fokal-neurologische Defizite oder Bewusstseinsstörungen.

Klinisch-neurologische Untersuchung
Die strukturierte Untersuchung umfasst Hirnnervenstatus, Augenbewegungen, Nystagmusanalyse, Koordination, Stand- und Gangtests sowie die Prüfung der Sensibilität und Motorik. Spezielle Tests (z. B. Kopfimpulstest) helfen bei der Differenzierung zwischen peripheren und zentralen Ursachen.

Apparative Diagnostik
Bei Verdacht auf eine zentrale Ursache erfolgt eine bildgebende Abklärung, in der Regel mittels MRT des Gehirns. Ergänzend können Gefäßdarstellungen, elektrophysiologische Untersuchungen oder vestibuläre Funktionsdiagnostik sinnvoll sein.

Fazit
Eine strukturierte neurologische Abklärung von Schwindel ermöglicht es, ernsthafte Erkrankungen frühzeitig zu erkennen, unnötige Diagnostik zu vermeiden und eine gezielte, patientenorientierte Therapie einzuleiten.
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